Heidelberg: Stadtnotizen 12.01.2020

Heidelberg – News, Termine, Kulturelles, Politik und Wissenswertes.


Wind und Wetter auf der Spur: Auf dem Königstuhl werden wieder Wetterdaten erhoben – Stadt Heidelberg nimmt zwei neue Messstationen in Betrieb

Bereits im Juli 2020 war die erste von drei neuen, hochwertigen Wetterstationen auf dem Dach der Heidelberger Stadtbücherei in Betrieb genommen worden. Nun hat die Stadt Heidelberg die zwei weiteren Stationen am Wasserwerk Rauschen und auf dem Dach der Landessternwarte (Königstuhl) fertiggestellt. Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) unterstützt das Projekt mit dem Sofortprogramm Saubere Luft finanziell. Die Federführung hat das Amt für Umweltschutz, Gewerbeaufsicht und Energie. Die Messdaten sollen unter anderem Erkenntnisse zur Ausbreitung von Luftschadstoffen und für Klimawandel-Anpassungsmaßnahmen liefern.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hatte ehemals eine Station auf dem Königstuhl sowie seit 1935 im Neuenheimer Feld betrieben. Letztere musste im Jahr 2012 wegen Baumaßnahmen abgebaut und die Messungen eingestellt werden. Mit der nun neu errichteten Station kann die aus klimawissenschaftlicher Sicht wichtige lange Zeitreihe, wenn auch mit einer Lücke, fortgeführt werden. Die Station auf dem bewaldeten Königstuhl liegt rund 565 Meter hoch. Im Gegensatz zu dieser steht die Station am Wasserwerk Rauschen auf freiem Feld in der Rheinebene. Sowohl die Stadtwerke Heidelberg als auch das Zentrum für Astronomie (ZAH) der Universität Heidelberg hatten die Errichtung der Anlagen befürwortet und unterstützt.

Stationen spiegeln die verschiedenen klimatischen Bedingungen im Stadtgebiet wider

An den beiden neuen Standorten werden jeweils die Windrichtung, die Windgeschwindigkeit, die Temperatur und Luftfeuchte sowie der Niederschlag erfasst. Zusammen mit der Station auf dem Dach der Stadtbücherei im Herzen der Stadt bilden die Stationen ein Nordwest-Südost-Profil. Sie spiegeln die verschiedenen klimatischen Bedingungen im Heidelberger Stadtgebiet wider. So wird beispielsweise erwartet, dass die Station auf dem Dach der Stadtbücherei oft durch den östlichen Odenwaldwind – den sogenannten „Neckartäler“ beeinflusst wird. Durch die unterschiedlichen Höhenlagen der Stationen können außerdem Inversionswetterlagen, welche einen verminderten Luftaustausch im Stadtgebiet zur Folge haben, identifiziert werden.

Die Stadt hat ausgewiesene Experten des Heidelberg Center for the Environment (HCE), in dem verschiedene Akteure aus den Umweltwissenschaften vernetzt sind und interdisziplinär zusammenarbeiten, für das Projekt gewinnen können: Prof. Dr. Alexander Siegmund von der Abteilung Geographie – Research Group for Earth Observation (rgeo) der Pädagogischen Hochschule Heidelberg und Prof. Dr. André Butz vom Institut für Umweltphysik der Universität Heidelberg. Diese betreiben bereits eigene Messstationen im Stadtgebiet.

Alle Umwelt- und Meteorologie-Daten in Heidelberg sollen bald online gehen

In einem nächsten Schritt will die Stadt Heidelberg eine gemeinsame Datenplattform schaffen, auf der alle verfügbaren Umwelt- und Meteorologie-Daten in Heidelberg online und in Echtzeit bereitgestellt werden sollen – für die Stadtverwaltung, die Wissenschaft sowie interessierte Bürgerinnen und Bürger. Die Messstationen können wertvolle Erkenntnisse liefern: Einerseits Infos für die Stadtverwaltung und die Wissenschaft zur Ausbreitung von Luftschadstoffen durch den Verkehr oder Einzelereignissen wie Brände oder Gasaustritte, andererseits für Klimawandel-Anpassungsmaßnahmen. So soll beispielsweise anhand der Niederschlagsmesswerte die Echtzeiterfassung und Prognose von Starkregenereignissen und ihrem Schadenspotenzial verbessert werden. An der Datenplattform sind das städtische Amt für Digitales und Informationsverarbeitung sowie die Digital-Agentur Heidelberg GmbH, eine gemeinsame Gesellschaft von Stadt und Stadtwerke Heidelberg, maßgeblich beteiligt.


Sicherheit geht vor: Fällung kranker Bäume im Mühltal – weitere Forstarbeiten erst im Spätjahr – Stadt will Maßnahmen bei einer Begehung erläutern, sobald die Corona-Lage es zulässt

Die Sicherheit der Waldbesuchenden hat für die Stadt Heidelberg höchste Priorität. Deshalb wird die Stadt Heidelberg im Mühltal in Handschuhsheim in den kommenden Tagen diejenigen Bäume fällen, die den Besucherinnen und Besuchern des Waldes gefährlich werden können. Da die gesamte Waldfläche von Waldbesuchenden, insbesondere von spielenden Kindern, als Erholungsraum genutzt wird, sind nicht nur Bäume unmittelbar am Wegesrand potenziell gefährlich. Die meisten der kritischen Bäume stehen zwischen Talweg Winterseite und dem Bachlauf entlang des kleinen Fußwegs.

Die weiteren geplanten Forstarbeiten im Mühltal sollen nun aber erst im Spätjahr 2021 ausgeführt werden. Dabei geht es um die Aufwertung des Mühltals und seiner Biotope aus Naturschutzsicht. Um mehr Verständnis für die Lage vor Ort zu schaffen, wollen die Experten des Landschafts- und Forstamtes die Maßnahmen im Vorfeld mit allen relevanten Gruppen diskutieren und das Vorgehen erläutern. Die Stadt wird zu einer Begehung einladen – dies ist aber erst dann möglich, sobald die Corona-Lage es zulässt.

Die wichtigsten Fakten zu den Forstarbeiten im Mühltal

  • Kranke Bäume: Leider sind die Bäume entlang der sehr beliebten Wanderwege bei weitem nicht alle gesund. Die dortigen Esskastanien sind überwiegend sogenannte durchgewachsene Stockausschläge, die an sich schon wenig stabil sind. Zudem sind sie nun durch Krankheiten und Schädlinge (Esskastanien-Gallwespe und Esskastanien-Rindenkrebs) befallen.
  • Biotop-Pflege: Mit den geplanten Maßnahmen sollen insbesondere die Biotope im Mühltal aufgewertet werden. So benötigen beispielsweise die dortigen Fischteiche und Wiesen mehr Sonneneinstrahlung. Deshalb sollen einige Fichten entnommen werden.
  • Mikroklima: Die Forstpflegearbeiten werden das Mikroklima nicht nachteilig verändern. Die Böden werden nicht austrocknen. Im Gegenteil: Durch die Entnahme von Bäumen reißt der kühlende Luftstrom aus dem Wald nicht ab, sondern dieser wird eher begünstigt. Die Bodenwassersättigung des Mühltals hängt zudem hauptsächlich von der Menge der Niederschläge und der Abflussmenge des Baches ab. Die Maßnahme soll die Flächen auch nicht verjüngen: Es sind gar keine Neupflanzungen geplant, auch nicht die Pflanzung schnell wachsender Baumarten.
  • Barrierefreiheit Talweg Sommerseite: Die neue Asphaltdecke auf dem Talweg Sommerseite steht in keinem Zusammenhang mit den Baumfällungen auf der anderen Talseite. Sie dient ausschließlich der besseren Begehbarkeit und Barrierefreiheit für mobilitätseingeschränkte Waldbesuchende (Menschen im Rollstuhl oder mit Rollator) sowie für Familien mit Kinderwagen. Die Stadt ist hiermit einem Wunsch aus der Bürgerschaft nachgekommen. Die neue Asphaltdecke hat eine alte, in Auflösung befindliche Asphaltdecke ersetzt. Sie ist exakt genauso breit wie die alte Asphaltdecke. Für den forstwirtschaftlichen Verkehr ist der Weg unbedeutend.

Heidelberger Schulwegweiser 2021 – Orientierungshilfe für die weiterführenden Schulen neu aufgelegt

Eltern von Schülerinnen und Schülern der vierten Klassen stehen jetzt vor der Entscheidung, eine weiterführende Schule für ihr Kind auszuwählen. Das ist unter den aktuellen Bedingungen der Corona-Pandemie eine große Herausforderung. Mit dem Schulwegweiser 2021 will die Stadt Heidelberg Familien bei ihrer Entscheidung für eine weiterführende Schule unterstützen. Der Wegweiser bietet einen kompakten Überblick über das vielfältige Angebot der 28 weiterführenden und beruflichen Schulen, informiert über spezifische Angebote, über Ansprechpartner und wichtige Termine. Er ist ein ergänzender Service zu den Informationsangeboten der einzelnen Schulen und gibt eine erste Orientierung in der vielfältigen Schullandschaft Heidelbergs.

Der Schulwegweiser wird zum Download unter www.heidelberg.de/bildung auf der Homepage der Stadt Heidelberg als PDF-Datei sowie als Flipbook mit Direktlinks zu den Schulen angeboten. In gedruckter Form wird er als Stadtblatt-Sonderbeilage am Mittwoch, 13. Januar 2021, an die Heidelberger Haushalte verteilt.


Einzelhandel: Mit „Click & Collect“ Heidelberger Geschäfte unterstützen – Auch Dienstleister dürfen Waren zum Abholen anbieten / „Dankeschein“ noch bis 28. Februar gültig

Mit den neuen Regelungen zur Verlängerung des Lockdowns sind nicht nur Einschränkungen verbunden. Abholdienste nach dem Muster „Click & Collect“ sind seit Montag, 11. Januar 2020, erlaubt. Die Stadt Heidelberg hat im Internet unter www.heidelberg.de/heidelbergkauftlokal Übersichten geschaffen, um teilnehmende Unternehmen zu finden und zu unterstützen.

Ansonsten geschlossene Einzelhandelsbetriebe können – nach vorheriger Bestellung per Telefon oder online – Waren verkaufen und zum Abholen bereitstellen. Auch geschlossene Betriebe der körpernahen Dienstleistungen, beispielsweise Friseursalons, dürfen auf diese Art Produkte (z.B. Beauty-Produkte, Kosmetik) zum Verkauf anbieten. Gleiches gilt etwa für den Fahrzeughandel, Blumenläden und ähnliche Betriebe. Betreiberinnen und Betreiber müssen in ihrem Hygienekonzept feste Abholfenster einrichten, um die Hygienevorschriften zu wahren und Menschenansammlungen zu vermeiden. Weiterhin ist die Abstands- und Maskenpflicht zu beachten. Kunden dürfen nur vorab bestellte Waren abholen – Besichtigung, Anprobe oder Kauf weiterer Waren ist nicht erlaubt. Rechtliche Informationen für „Click & Collect“-Angebote hat das Land Baden-Württemberg unter www.baden-wuerttemberg.de zusammengefasst. Unter www.heidelberg.de finden Gewerbetreibende weitere Informationen und Ansprechpartner.

Die Stadt Heidelberg gibt auf ihrer Internetseite www.heidelberg.de/heidelbergkauftlokal einen Überblick über teilnehmende Geschäfte und Dienstleister. Zur besseren Suche und Auffindbarkeit sind diese nach Branchen geordnet. Aufgelistet sind Betriebe, die sich seit Erstellung der Internetseite im April bei der Wirtschaftsförderung gemeldet hatten. Ein Anspruch auf Vollständigkeit besteht nicht. Heidelberger Gastronomiebetriebe, Einzelhändler und Dienstleister, die noch nicht online in der Übersicht aufgenommen sind oder Angaben aktualisieren möchten, können sich mit Informationen zu ihrem Firmeneintrag per E-Mail an die Wirtschaftsförderung (newsletter.wirtschaftsfoerderung@heidelberg.de) wenden.

Für Heidelbergerinnen und Heidelberger bietet sich durch die „Click & Collect“-Angebote eine gute Gelegenheit, ihren „Dankeschein“ bei ihrem Lieblingsgeschäft einzulösen. Die Solidaritätsaktion der Stadt Heidelberg will Betriebe und Einrichtungen, die aufgrund der Corona-Landesverordnung schließen mussten, unterstützen. Ab einem Mindestbetrag von 10 Euro kann der „Dankeschein“ abgegeben werden. Der zu zahlende Betrag verändert sich dadurch nicht, aber der Betrieb erhält von der Stadt einen Zuschuss von 10 Euro. Die Abgabe des „Dankescheins“ ist bis 28. Februar 2021 möglich. Eine täglich aktualisierte Übersicht der „Dankstellen“ gibt es unter www.vielmehr.heidelberg.de/dankstelle. Teilnehmende Betriebe können dort nun auch auf ihre „Click & Collect“-Angebote sowie Lieferdienste und Webshops hinweisen.


News aus Heidelberg und dem Rhein-Neckar-Kreis - bitte aufs Bild klicken
News aus Heidelberg und dem Rhein-Neckar-Kreis – bitte aufs Bild klicken