Grundstücksmarktbericht 2013

Gutachterausschuss für Grundstückswerte im Bereich der Stadt Mainz informiert über Entwicklung und Umsätze des Mainzer Grundstücksmarktes im vergangenen Jahr.

In Beiträgen über die Immobilienmärkte tauchen in den vergangenen Jahren stets die gleichen Schlagworte auf. Von einer nicht endenwollenden Immobilienblase, von Landflucht und explodierenden Grundstückspreisen in den Ballungsräumen ist die Rede. Der Grundstücksmarkt reagiert aber regional sehr unterschiedlich und muss für ein Gebiet wie die Stadt Mainz differenziert betrachtet werden.

Damit auch der am Immobilienmarkt interessierte Bürger sich ohne das fachliche Hintergrundwissen einen Überblick über das Geschehen am Grundstücks- und Immobilienmarkt verschaffen kann, veröffentlicht der Gutachterausschuss jährlich einen Grundstücksmarktbericht, in welchem die Entwicklung und die Umsätze des Mainzer Grundstücksmarktes für das vergangene Jahr dargestellt werden, und wertrelevante Daten für die Grundstücksbewertung veröffentlicht werden.

Die Statistik für das Jahres 2012:

Die vorliegenden Marktzahlen für das Berichtsjahr 2012 belegen wiederholt die hohe Attraktivität des Mainzer Immobilienstandortes. Die Geschäftsstelle des Gutachterausschusses verzeichnet für 2012 erneut einen moderaten Anstieg der Grundstücks- und Immobilienverkäufe auf insgesamt 2.684. Auch der Geldumsatz stieg um 19 Prozent auf den Spitzenwert von 786 Mio. Euro. Mit Ausnahme der Sparten „Weiterverkäufe von Wohnungseigentum“ und „unbebaute Grundstücke“ haben alle Marktsegmente gegenüber dem Vorjahr zugelegt.

Nachfolgend die Entwicklung in den einzelnen Marktsegmenten:

Eigentumswohnungen bzw. Teileigentum:

Hier stieg der Handel um 8 Prozent auf 1.667 Kauffälle, der Umsatz um 16 Prozent auf 272 Mio. Euro. Der Kaufpreis einer Neubau¬wohnung mit durchschnittlich 92 Quadratmeter Wohnfläche stieg ein weiteres Mal, diesmal um 16 Prozent auf 3.371 Euro je Quadratmeter Wohnfläche, dem höchsten Wert seit Auswertung der Kaufpreise seit dem Jahr 1998. Bei gebrauchtem Wohnungseigentum fielen die Umsatzzahlen bei weitgehend gleichem Transaktionsvolumen (1.204 Kauffälle) uneinheitlich aus. Erstverkäufe nach Umwandlung verzeichnen einen Rückgang von rund 13 Prozent auf 43 Mio. Euro, Weiterverkäufe einen Umsatzrückgang um 11 Prozent auf rund 108 Mio. Euro.

Wohngebäude:

Hier stieg die Anzahl der Kauffälle bei Grundstücken für Ein- und Zweifamilienhäuser um 7 Prozent, der Geldumsatz um 18 Prozent auf 191 Mio. Euro. Am meisten verkauft wurden Reihen- und Reihenendhäuser mit Kaufpreisen zwischen 269.000 und 410.000 Euro, gefolgt von freistehenden Einfamilienhäusern zwischen 259.000 und 580.000 Euro.

Der Kaufpreis eines schlüsselfertigen Neubau-Reihenhauses lag im Mittel bei rund 368.000 Euro, für ein Grundstück von 217 Quadratmeter mit einer Wohnfläche von 142 Quadratmeter. Das entspricht 2.600 Euro je Quadratmeter Wohnfläche. Ein Reihenendhaus auf einem 240 Quadratmeter großen Grundstück mit einer Wohnfläche von 146 Quadratmeter wurde im Mittel für rund 402.000 Euro verkauft, was einem Anstieg auf 2.745 Euro je Quadratmeter Wohnfläche entspricht.

Neubauten von Doppelhaushälften auf einem 298 Quadratmeter großen Grundstück mit einer Wohnfläche von 163 Quadratmeter kosteten im Mittel rund 400.000 Euro oder 2.720 Euro je Quadratmeter Wohnfläche.Reichlich investiert wurde auch im Jahr 2012 wieder in Renditeobjekte wie Mehrfamilienhäuser. Der Umsatz nahm gegenüber dem Vorjahr ein weiteres Mal um rund 30 Prozent auf 96,3 Mio. Euro zu, die Anzahl der Kauffälle um 15 Prozent.

Gewerbeobjekte:

Die Kauffälle von Gewerbeobjekten stiegen um 27 Prozent auf insgesamt 56 Objekte, der Geldumsatz stieg auf 176 Mio. Euro, ein Anstieg von 48 Prozent.

Unbebaute Grundstücke:

Der Markt mit baureifen Grundstücken schwankt jährlich in großem Maße, da hier eine direkte Abhängigkeit mit der Ausweisung neuer Baugebiete besteht.

Im Bereich baureifer Grundstücke für eine Wohnbebauung wurde mit rund 53  Prozent im Vergleich zum Vorjahr nur gut die Hälfte an Kaufverträgen beim Gutachterausschuss eingereicht. Der Flächenanteil ging um 30 Prozent auf rund 7 Hektar zurück, der Geldumsatz fiel um 34 Prozent auf 23 Mio. Euro.

Die Transaktionen mit baureifen Gewerbegrundstücken stiegen zwar um 7  Prozent, aber mit rund 5 Hektar wechselte im Vergleich zum Vorjahr eine deutlich kleinere Fläche den Besitzer: Ein Rückgang um 71  Prozent ist zu verzeichnen. Der Geldumsatz lag bei rund 11 Mio. Euro, einem Minus von 54 Prozent.

Landwirtschaftliche Grundstücke:

79 landwirtschaftliche Grundstücke wurden verkauft, ein Plus von 75 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Flächenumsatz stieg um 118 Prozent auf rund 37 Hektar, der Geldumsatz vervielfachte sich um das 4,5-fache auf 5 Mio. Euro.

Wertrelevante Daten für die Grundstücksbewertung:

Neben der Übersicht über die Entwicklung auf dem Grundstücksmarkt enthält der Grundstücksmarktbericht wieder zahlreiche statistische Werte, welche für die marktgerechte Wertermittlung von Grundstücken und die Transparenz auf dem Grundstücksmarkt unverzichtbar sind: Bodenwertindizes, Marktanpassungsfaktoren, Liegenschaftszinssätze und Ertragsfaktoren. Ferner werden den Immobilienmarkt tangierende Informationen zur allgemeinen Statistik und zum Wirtschaftsleben der Stadt Mainz dargestellt.

Der Schwerpunkt der diesjährigen Grundstücksmarktanalyse liegt neben der vertieften Auswertung von Renditeobjekten sowie Wohnungs- und Teileigentum, auch auf der Ableitung von Marktanpassungsfaktoren. Erst durch Verwendung dieser Faktoren ist es möglich den marktgerechten Wert einer Immobilie zu ermitteln, indem nach der Ableitung mittels Standardwerten das Marktverhalten vor Ort berücksichtigt wird.

Der Grundstücksmarktbericht kann kostenfrei im Internet heruntergeladen werden und dann weiter mit Downloads. Dort gibt es u.a. die historische Grundstücksmarktberichte vergangener Jahre und eine Broschüren zu den gewerblichen Mieten in Mainz.

Grundstücksmarktbericht zum Download: http://www.mainz.de/GAA