Jetzt auch in Rheinland-Pfalz: AfD gründet neue Fraktion

Was auf den ersten Blick so aussieht, dass die AfD untertaucht, ist in Wirklichkeit eine perfide Wahlwerbung für Wassersportler, die die Partei auf diese Art zu erreichen versucht
Was auf den ersten Blick so aussieht, dass die AfD untertaucht, ist in Wirklichkeit eine perfide Wahlwerbung für Wassersportler, die die Partei auf diese Art zu erreichen versucht

Mainz – Nach der Gründung einer neuen Fraktion der Partei Alternative für Deutschland (AfD) in Baden-Württemberg haben sich nun auch die Genossen auf der linken Rheinseite dazu entschlossen nachzuziehen.

Wie der AfD-Landesverband Rheinland-Pfalz auf Anfrage mitteilt, möchte die Partei nach dem Sieg bei der rheinland-pfälzischen Landtagswahl 2016 nun noch mehr Menschen erreichen, und wie geht das besser als mit zwei Fraktionen.

Uwe Junge (AfD) (Foto: Andreas Undeutsch)
Uwe Junge (AfD) (Foto: Andreas Undeutsch)

Während sich die Politik und die Sozialen Netzwerke auf die AfD „eingeschossen“ haben, sieht sich die AfD veranlasst, noch sympathischer zu werden. Da dies schwierig erscheint, wird – ähnlich wie bei den Banken („Bad Bank“ / „Good Bank“) – die Fraktion in „Bad Party“ und „Good Party“ gesplittet (party = engl. für „Partei“). Mit der „Good Party“ sollen die sogenannten „Gutmenschen“ aus Wählern der großen Volksparteien erreicht werden. Die „Bad Party“ erreicht dann die „Bösen“: Neonazis, Skinheads, PEGIDA und die Internetuser.

Uwe Junge, derzeit Fraktions- und Parteivorsitzender der AfD Rheinland-Pfalz soll unbestätigten Informationen nach zum Chef der „Good Party“ werden. Beatrix von Storch, derzeit noch Landesvorsitzende der AfD Berlin, beabsichtigt nach Rheinland-Pfalz zu ziehen. Sie soll die neue Fraktionsvorsitzende der „Bad Party“ werden.

Der Beschluss soll durch die AfD-Basis im August abgenickt werden.

Landesverband Baden-Württemberg unterstützt die Idee

Prof. Jörg Meuthen bei einer Wahlkampfveranstaltung im Januar 2016 in Rheinland-Pfalz (Foto: Holger Knecht)
Prof. Jörg Meuthen bei einer Wahlkampfveranstaltung im Januar 2016 in Rheinland-Pfalz (Foto: Holger Knecht)

Professor Jörg Meuthen fühlte sich veranlasst, eine neue Fraktion zu gründen, weil die Partei sich nicht vom AfD-Abgeordneten Wolfgang Gedeon trennen wollte. Diesem wird Antisemitismus und eine Nähe zur Sprache des Nationalsozialismus vorgeworfen, wovon sich Prof. Meuthen abgrenzen will.

Während in Baden-Württemberg eine zweite AfD-Fraktion „aus der Not“ entstand, ist der Vorgang in Rheinland-Pfalz freiwillig und wird dort als positive Ergänzung gesehen. Es wird erwartet, dass die neue Fraktion noch mehr Menschen mobilisiert. Umfragen zufolge soll die AfD bei der Bundestagswahl im kommenden Jahr 45 % der Wählerstimmen erreichen. Sie braucht dann nur noch die GRÜNEN, um die 50 % knapp zu überschreiten.