Mainz: IHK und Stadt Mainz sehen Vorteile im Standortwettbewerb

12. September: Veranstaltung „Industriestandort Mainz – Potenziale erkennen, Zukunft sichern“

Mainz – Der Industriestandort Mainz bietet nach Einschätzung der Landeshauptstadt Mainz und der Industrie- und Handelskammer für Rheinhessen (IHK) gute Voraussetzungen, um sich im Standortwettbewerb zu behaupten. Ein großes Chancenpotenzial, um neue Investoren für eine Ansiedlung zu interessieren, sehen die Partner in der Lagegunst im Rhein-Main-Gebiet, der dichten Verkehrsinfrastruktur, der Versorgung der Unternehmen mit Fachkräften durch Hochschulen und ausbildende Unternehmen sowie einer innovativen Gründerszene.

Zwar räumt der Hauptgeschäftsführer der IHK für Rheinhessen, Günter Jertz, ein, dass die Mainzer Industrie in den vergangenen 25 Jahren einen Aderlass hinnehmen musste. Gab es 1989 noch 102 Betriebe mit 24.377 Beschäftigten, waren es 2015 nur noch 58 Betriebe mit 7.399 Beschäftigten. Sie erzielten allerdings einen Gesamtumsatz von 1,7 Mrd. EUR, während vor 25 Jahren nur ein Gesamtumsatz von 2,69 Millionen EUR bilanziert wurde. Jertz rechnet vor: „Seit 1989 erwirtschaften mehr als zwei Drittel weniger Beschäftigte fast zwei Drittel mehr Umsatz – ein bemerkenswerter Schub, erzeugt durch Innovation, Effizienz und Investitionen.“

Jertz mahnt aber: „Dieser unternehmerische Erfolg muss kein Selbstläufer bleiben. Immer mehr politische Entscheidungen kommen als Kostentreiber bei den Unternehmen an.“ Der IHK-Hauptgeschäftsführer nennt die kostentreibende Energiewende, eine lange vernachlässigte Infrastruktur oder – speziell in Rheinland-Pfalz – ständig steigende Realsteuern infolge des Kommunalen Entschuldungsfonds.

Der Oberbürgermeister der Stadt Mainz, Michael Ebling, betont die Wichtigkeit des produzierenden Gewerbes in Mainz. Ebling: „Die Vielfalt der in Mainz ansässigen Betriebe von Industrie, Gewerbe, Handwerk, Handel und Logistik sichert einen sehr vielfältigen Branchenmix, der auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten den Arbeitsmarkt stabilisiert und der Stadt Mainz wirtschaftlichen Erfolg sichert. Industrieunternehmen wie SCHOTT, Werner & Mertz, WEPA, Römheld & Moelle, MOGAT und die Kraftwerke Mainz Wiesbaden AG sind wichtig für unsere Stadt – und müssen selbstverständlicher Teil unserer Stadtgesellschaft bleiben! Ich werde mich dafür einsetzen, dass der Industriestandort auf jeden Fall als Gebiet für produzierendes und verarbeitendes Gewerbe aufrechterhalten bleibt. Die angekündigte Schließung der traditionsreichen Mainzer Werke von Nestlé und Cargill ist ein schwerer Schlag für den Industriestandort Mainz. Dies waren jedoch Entscheidungen, die die Stadt leider nicht beeinflussen konnte. Die Beweggründe für die Beschlüsse der Konzernspitzen waren vornehmlich strategischer Art, aber wir verstehen die Entscheidung als Ansporn, die guten Rahmenbedingungen der Industrie und des verarbeitenden Gewerbes in Mainz weiter zu verbessern.“

Wirtschaftsdezernent Christopher Sitte und Oberbürgermeister Michael Ebling sind sich einig: „Unser Ziel ist, dass auf die frei werdenden Liegenschaften in Mainz-Mombach möglichst wieder produzierendes Gewerbe angesiedelt wird.“ Die Verwaltung stehe im ständigen Austausch mit den beiden Firmen, um die Interessen der Stadt zu vertreten. Christopher Sitte: „Die Zukunft des Industriestandortes Mainz ist ein hoch interessantes Thema. Deshalb organisieren wir gemeinsam mit der IHK am 12. September eine Veranstaltung, an dem Vertreter der großen Mainzer Industrieunternehmen, Verwaltung sowie der Immobilienwirtschaft in den Dialog treten werden und darüber sprechen, wie wir Mainz mit seinen zahlreichen Standortvorteilen auch für neue Industriebetriebe interessant machen können, welche Flächen dazu denkbar wären und wie eine offensive Werbestrategie dazu aussehen könnte. Zielgruppe der Veranstaltung sind Unternehmen, die Interesse daran haben, sich in Mainz zu erweitern oder nieder zu lassen.“

Veranstaltung „Industriestandort Mainz – Potenziale erkennen, Zukunft sichern“
Montag, 12. September 2016, 17:30 Uhr
Werner & Mertz GmbH
Rheinallee 96
55120 Mainz
Information und Anmeldung bei der IHK, E-Mail: lisa.haus@rheinhessen.ihk24.de