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Sie engagieren sich für Europa und seine Städtepartnerschaften: Heike Kaster-Meurer, Christine Simmich, Charlotte Eberwien, Hans-Otto Kunz, Dieter Stöck, Helmi Friess-Vonderlohe und Matthias Heidenreich. (Foto: Stadtverwaltung Bad Kreuznach)

Bad Kreuznach – Fröhliche und nachdenkliche Momente, die bei den Feierlichkeiten zum 50. Geburtstag der Städtepartnerschaft Bad Kreuznach und Bourg-en-Bresse im Jahre 2013 erlebt wurden, sind vielen Menschen aus beiden Ländern noch gut in Erinnerung.

Dennoch ist es über das Tagesgeschehen hinaus etwas ruhiger geworden, zumindest was der Fluss an Informationen zu diesem Thema betrifft. Um sich dem entgegen zu stellen, hat sich der seit einem Jahr gegründete Förderverein Städtepartnerschaften und Internationale Beziehungen Bad Kreuznach e.V. zu einer Präsentation auf einer eigenen Homepage entschlossen. Da der Förderverein eng an die Stadt angegliedert ist, erscheint die neue Seite unter “Städtepartnerschaften” Rubrik „Förderverein“ auf der Homepage der Stadt Bad Kreuznach. Mit der Eingemeindung von Bad Münster am Stein-Ebernburg fallen der Stadt quasi zwei neue Partnerstädte in den Schoß. Oberbürgermeisterin Dr. Heike Kaster-Meurer freut sich darüber, dass “wir nicht nur eine lebendige Städtepartnerschaft zu Neuruppin und Bourg-en-Bresse haben, sondern seit der Eingemeindung die Partnerstädte Pouilly-sur-Loire und Landstuhl “einfach noch etwas mit bespielen können, weil wir einen sehr aktiven Förderverein für die Städtepartnerschaft haben”. Sie lässt keinen Zweifel daran, wie wichtig ihr die Pflege zu den Partnerstädten ist, um damit über eine neu gestaltete Homepage die Transparenz zur Bevölkerung und den Mitgliedern zu erhöhen. “Eine Städtepartnerschaft lebt mit den menschlichen Begegnungen, und es sollte nachvollziehbar sein, was sich hier und dort ereignet. Das geht im Internet am einfachsten und alle können teilnehmen”, so die Stadtchefin.

Die Stadt positioniert sich

Die Städtepartnerschaften treffen auf viele Bereiche wie Sport, Kultur, Bildung und Politik. Christine Simmich, Vorsitzende des erst seit einem Jahr bestehenden Vereins, denkt über die bereits viel diskutierte Frage nach, “wie stellt sich die Stadt Bad Kreuznach im europäischen Kontext dar und wie positioniert sich die Stadt mit ihren Städtepartnerschaften und ihren internationalen Beziehungen“. Jüngstes Beispiel einer Positionierung ist die Teilnahme am Wettbewerb “Die lebendigste Städtepartnerschaft”. Die Stiftung “Lebendige Stadt” in Hamburg ruft alle Städte und Kommunen bundesweit auf, sich für den Stiftungspreis 2017 zu bewerben. Städtepartnerschaften sind von je her ein wichtiges Instrument der Völkerverständigung und des gegenseitigen Kennenlernens. Auch in der globalisierten und digitalisierten Welt des 21. Jahrhunderts haben lebendige Städtepartnerschaften noch immer große Bedeutung. Daher sucht die Stiftung Städtepartnerschaften, die von Kreativität, Projektvielfalt sowie intensivem und inhaltsreichem Austausch geprägt sind und den Dialog zwischen Menschen unterschiedlicher Orte, Kulturen, Religionen und politischer Systeme fördern. Es ist das Anliegen der Stiftung, vorbildliche Städtepartnerschaften auszuzeichnen und bekannt zu machen, damit andere Städte und Kommunen davon lernen können. Dabei sucht die Stiftung Städtepartnerschaften, die sich bewährt haben und ihre Lebendigkeit nachweisen. Insgesamt ist eine Preissumme von 15.000 Euro ausgesetzt.

“Wir hoffen an der Verleihungsfeier in der neuen Hamburger Elbphilharmonie am 27. September 2017 dabei sein zu können”,

blickt der Vorstand in die Zukunft.

Der Förderverein und seine Aktivitäten

Getroffen wird sich regelmäßig. Im vergangenen Jahr wurden allein neun Projekte gefördert. Gemeinsam mit dem 2. Vorsitzenden Hans-Otto Kunz werden Treffen mit Schulleitungen und Kooperationspartnern vereinbart. Ziel ist es, “informiert zu sein, sich auszutauschen und zu verbinden”, erläutert die Vorsitzende den Ablauf. Besonders deutlich wird das persönliche Engagement, wenn es um die Suche von Sponsoren geht, die Projekte fördern und auch in Projekte eingebunden werden. Für den Vorstand ist die Transparenz wichtig und Netzwerke aufzubauen. Ein zentrales Thema ist die Suche nach Gastfamilien. Hier kann mit einem Aufruf an die Bevölkerung über die Medien wertvolle Hilfe geleistet werden.

Einen besonderen Dienst leistet die neue Homepage: Fotos und Berichte von Schulen, Familien und Vereinen können jetzt veröffentlicht werden.

“Das ist mit ein Grund, die Homepage ins Leben gerufen zu haben”,

sagt Christine Simmich. Im Vorstand erhält die Vorsitzende kräftige Unterstützung von ihren Kollegen. Hans-Otto Kunz bringt 25 Jahre Erfahrung im deutsch-französischen Freundschaftskreis Bad Münster am Stein-Ebernburg mit. Schon heute freut sich Kunz, mit der verschwisterten 4.000 Seelengemeinde Pouilly-sur-Loire im kommenden Jahr 50 Jahre Städtepartnerschaft feiern zu können. In diesem Jahr stehen noch 40 Jahre Zusammenwirken im Schüleraustausch an. Bourg-en-Bresse ist ihm nicht unbekannt. Während eines früheren Besuches auf einem Campingplatz konnte er schon einmal den weltberühmten Weißwein von der Loire genießen. Ebenfalls Unterstützung bekommt der Förderverein von Helmi Friess-Vonderlohe als Schatzmeisterin und Matthias Heidenreich, seines Zeichens Amtsleiter und Schriftführer bei der Stadtverwaltung. Für ihn wurde sofort klar, sein Wissen und hohe Kompetenz einzubringen, wenn es erforderlich ist. Für Christine Simmich ist es sehr wichtig zu sagen, dass sie gerne mit dem Team zusammenarbeitet und die wertvolle Teamarbeit schätze.

“Das sind sehr kompetente Menschen und wir verstehen uns gut”.

Die Homepage beinhaltet einen aktiven Nachrichtenblock. Zum ersten Mal können alle Aktivitäten transparent gemacht werden, d. h. Schulen und Vereine haben die Möglichkeit, ihre Projekte mit der Partnerstadt vorzustellen und transparenter zu machen. Die offiziellen Begegnungen werden auf der Homepageseite der Stadt bekannt gegegeben und an die Presse weitergeleitet. Das bestehende Netzwerk wird somit ausgebaut. Gleichfalls können Praktikanten berichten, was sie in der Partnerstadt erlebt haben.

„Auch wenn Schulen in der Stadt internationale Kontakte haben, unterstützen wir das gerne, zum Beispiel mit einem Empfang im Ratskeller”,

sagt die Vorsitzende. Natürlich ist den Beteiligten eine gewisse “Europamüdigkeit” nicht entgangen, so wie sie täglich in den Medien behandelt wird. Wichtig für alle ist es, den Europa-Gedanken wieder zu vertiefen. Vieles ist selbstverständlich geworden, wie der gemeinsame Euro und offene Grenzen. Es ist ein Anliegen des Fördervereins, über Europa zu sprechen. Gerade junge Menschen sind angesprochen, sich für Europa stark zu machen. Aktuell hat sich die 8. Klasse der Röka-Schule nach Bourg-en-Bresse verabschiedet. Es ist ihr erster Austausch. Im Vorfeld haben sie schon mit ihren Gastgebern Kontakt aufgenommen. Briefe wurden keine geschrieben, die Kommunikation liefen über What‘s Up und Bilder.

Ein verlockendes Angebot kommt zum Schluss: Am 22. Juni 2017 um 18.00 Uhr lädt der Förderverein zu seiner Mitgliederversammlung im Ratskeller ein. Serviert werden gesponsertes Bressehuhn und Weine aus Pouilly-sur-Loire.