Auf die Spur gesetzt

Planentwurf für den Ausbau der Linie 10 steht

Ludwigshafen – Nach derzeitigem Planungsstand können die Gleise der Straßenbahnlinie 10 in dem Abschnitt zwischen Marienkirche und Ruthenplatz ab dem Jahr 2017 erneuert werden. Die aktuelle Entwurfsplanung der Maßnahme wird der Stadtvorstand gemeinsam mit dem Ingenieurbüro am Montag, 20. Juli, nachmittags dem Bau- und Grundstücksausschuss sowie den Ortsbeiräten
Nord und Friesenheim und um 18.30 Uhr interessierten Bürgerinnen und Bürgern in der Aula des Max-Planck-Gymnasiums vorstellen.

"Neben 'City West' ist dies eine der größten Infrastrukturmaßnahmen in Ludwigshafen. Die Linie 10 hat in unserem Straßenbahnnetz eine wichtige Erschließungsfunktion für die Nördliche Innenstadt und Friesenheim. So ist beispielsweise auch das Klinikum sehr gut mit kurzen Fahrzeiten an den Hauptbahnhof und an die Innenstadt angebunden. Wir erreichen mit diesem Projekt, dass die mehr als zwei Millionen Fahrgäste jährlich auch in Zukunft sicher und mit erhöhtem Service ihr Ziel erreichen", betonte Oberbürgermeisterin Dr. Eva Lohse.

Bau- und Umweltdezernent Klaus Dillinger freute sich, mit der Erneuerung der Gleisanlage das Angebot des Öffentlichen Personennahverkehrs in Ludwigshafen stärken zu können. "Ein gemischtes Angebot an Fortbewegungsmittel wie Car-Sharing sind gute Bus-, Bahn- und Radwegeanbindungen gewinnt für Wohnungssuchende mehr und mehr an Bedeutung. Der Trend geht bundesweit hin zur Schiene. Zusammen mit den sanierten Hohenzollern- und Wislicenus-Höfen bedeutet der Ausbau der Linie 10 im Sinne der Stadtentwicklung eine enorme Aufwertung der Stadtteile Nord und Friesenheim. Die Planung sieht vor, dass Querungsmöglichkeiten an der Hohenzollernstraße mit Ampeln versehen und die Haltestellen barrierefrei ausgebaut werden. Mit dem Gleisbau können auch Fahrbahn, Gehwege und Parkplätze neu geordnet sowie Kanäle und TWL-Leitungen erneuert werden."

Wie Kämmerer Dieter Feid erläuterte, rechnet man unter Berücksichtigung des Preissteigerungsindexes für Baumaßnahmen bei einem Baubeginn im Jahr 2017 mit Gesamtkosten in Höhe von rund 28,5 Millionen Euro. "Auf dieser Basis erwarten wir Landeszuwendungen in Höhe von rund 9,8 Millionen Euro. Abzüglich der Kosten, die über Stadtentwässerungsgebühren und Ausbaubeiträgen finanziert werden, verbleibt aus heutiger Sicht ein Stadtanteil in Höhe von rund 11,1 Millionen Euro", so Feid.

Die Planung

Weil sie die Verschleißgrenze erreicht hat, wird die Gleisanlage der Linie 10 zunächst auf der 900 Meter langen Strecke in Alt-Friesenheim und dann in dem 1.700 Meter langen Bereich zwischen der Marienkirche und der Sternstraße neu gebaut. In der Hohenzollernstraße wird die Straßenbahn abschnittsweise eingleisig auf einem eigenen Gleiskörper geführt. Er wird mit bis zu 15 Zentimeter hohen Hochbordsteinen zur Fahrbahn abgegrenzt und außerhalb der Haltestellenbereiche begrünt. Die Haltepunkte werden barrierefrei ausgebaut. Der Gleiskörper kann an den Kreuzungen Carl-Friedrich-Gauß-, Pettenkofer-, Virchow-, Bremser-, Fichte-/Ebert- und Riedsaumstraße signalgesteuert überquert werden.

In Alt-Friesenheim kann wegen der Fahrbahnbreite von rund 6,50 Metern kein eigener Gleiskörper hergestellt werden. Zwischen den Haltestellen Sternstraße und Friesenheim Mitte werden die Gleise wie bisher innerhalb der Fahrbahn verlaufen. Die Gleisanlage kann aber so optimiert werden, dass sich Straßenbahnen und Lkw auf einer von Grund auf erneuerten Fahrbahn uneingeschränkt begegnen können.

Durch die Neuordnung des Straßenraumes wird es künftig im Bereich der Hohenzollernstraße anstatt 339 noch 324 Parkplätze und in Alt-Friesenheim anstatt 62 dann 70 Parkplätze geben. Auf der gesamten Strecke gibt es eine neue Beleuchtung.

Kanalarbeiten

Im Vorfeld der Maßnahme erneuert der Wirtschaftsbetrieb der Stadt  Ludwigshafen (WBL) die Kanäle. Bereits saniert ist der Kanal in der Kreuzstraße zwischen der Luitpoldstraße und der Sternstraße (1997 und 2003 in zwei Bauabschnitten) sowie in der Hohenzollernstraße zwischen Stern- und Fichtestraße (2001 und 2014 in zwei Bauabschnitten). Von August 2015 bis Juni 2016 ist in der Carl-Bosch-Straße der Abschnitt zwischen Ruthenplatz und Sternstraße und von Januar 2016 bis März 2017 der Kanal in der Hohenzollernstraße zwischen Fichte- und Bremserstraße geplant. In der Planungsphase befinden sich die Maßnahmen Hohenzollernstraße zwischen Bremserstraße und Bürgermeister-Grünzweig-Straße, Carl-Bosch-Straße
zwischen Stern- und Hagellochstraße sowie die Kanalsanierung Luitpoldstraße zwischen Hagelloch- und Kreuzstraße.

TWL-Arbeiten

Im Bereich der Hohenzollernstraße saniert TWL ab August 2015 zwischen Benzstraße und Schwalbenweg die Wasserleitung und legt im Bereich der neu geplanten Haltestelle Ebertstraße die Gasleitung um. Die Kosten betragen circa 600. 000 Euro. Sanierungsbedarf besteht auch an den Gas- und Wasserleitungen im gesamten Streckenverlauf in Alt-Friesenheim in der Kreuzstraße, Luitpoldstraße und der Carl-Bosch-Straße. In der Carl-Bosch-Straße zwischen der Sternstraße und dem Ruthenplatz konnte die Sanierung der Leitungen bereits durchgeführt werden, da neben den Gleisen eine Trasse vorhanden war. Hier wurden circa 400.000 Euro verbaut. Im übrigen Abschnitt liegen die Leitungen unter den Gleisen und es besteht keine Möglichkeit sie im vorhandenen Straßenraum neben die Gleise zu platzieren. Deshalb kann die Sanierung nur im Einklang mit den Gleisarbeiten zur gleichen Zeit erfolgen. Die Kosten für die Sanierungen auf der Strecke in Alt-Friesenheim betragen circa 1,5 Millionen Euro. Die Ausführungstermine stehen noch nicht fest.

Weitere Schritte

Zunächst werden die Details der Planung am Montag, 14. September 2015, den Anwohnerinnen und Anwohnern des Stadtteils Friesenheim und am Mittwoch, 23. September 2015, interessierten Personen aus dem Stadtteil Nord, jeweils um 18.30 Uhr in der Aula des Max-Planck-Gymnasiums vorgestellt. Hierbei ist es möglich, Anregungen einzubringen. Danach
werden die Fachplanungen wie zum Beispiel die Grün- und Signalplanung integriert und die Entwurfsplanung zur Entwurfsreife gebracht. Bis Ende 2015 sollen bei den Genehmigungsbehörden die Zuwendungsanträge für den Bauabschnitt Hohenzollernstraße und für die Haltestellen im Bereich von Alt-Friesenheim eingereicht werden; ebenso auch der Antrag auf Planfeststellung für den Bauabschnitt Hohenzollernstraße, der Antrag auf Verzicht auf ein Planrechtsverfahren für Alt-Friesenheim und der Antrag auf Genehmigung nach der Verordnung über den Bau und Betrieb der Straßenbahnen (BOStraB) für Alt-Friesenheim.

Bauzeit

Unter der Annahme, dass für den Bauabschnitt Alt-Friesenheim kein  Planrechtsverfahren durchgeführt werden muss und diese Genehmigung inder ersten Jahreshälfte von 2016 vorliegt, kann dort mit den  Bauarbeiten im Jahre 2017 begonnen werden. Für den Straßen- und Gleisbau ist mit einer Bauzeit von circa 18 Monaten zu rechnen. Der Baubeginn des Bauabschnittes Hohenzollernstraße ist vom Abschluss des Planfeststellungsverfahrens abhängig und kann daher noch nicht terminiert werden. Die Bauzeit ist auch hier mit circa 18 Monaten zu veranschlagen.

Was ist eine Planfeststellung?

Wie beim Bau eines Hauses ist auch für den Bau einer Straße eine Baugenehmigung erforderlich. Bei großen Projekten heißt diese Planfeststellung. Im Rahmen der Planfeststellung werden die Pläne öffentlich ausgelegt. Damit können sich alle Bürgerinnen und Bürger informieren und prüfen, ob sie von dem Bauvorhaben betroffen sind. Ist das der Fall, können sie bis zu einem festgelegten Termin Einwände gegen das Vorhaben vorbringen. Erst nach Abschluss dieses Verfahrens darf mit dem Bau der Straße begonnen werden.