Verbrannte Pfoten und Tiere die um Ihr Leben ringen

Gedankenlose Tierquälerei

Ludwigshafen, Rheinland-Pfalz – Wie sorglos kann der Mensch sein, wenn es um sein Haustier geht? Der treueste Freund des Menschen steht meist in völliger Abhängigkeit zu seinem Besitzer. Alle Jahre wieder warnen die Medien: Tiere leiden genauso wie der Mensch unter der extremen Hitze. Dass man sein Tier nicht bei diesen Temperaturen im Auto zurücklässt, sollte jedem gebildeten Menschen klar sein.

Ich bin gleich wieder zurück

"Ich bin nur mal schnell in den Supermarkt gegangen. Ich war gleich wieder da".

Diese und andere Ausreden hören herbeigerufene Polizeibeamte immer wieder. Währenddessen kämpft ein ebenfalls alarmierter Tierarzt um das Leben des Tieres. Der Einkauf dauerte eben doch zu lange. Hitzegrade jenseits der 70 Grad sind in einem PKW, der in der direkten Sonneneinstrahlung steht, keine Seltenheit. Da hilft es auch nicht, wenn die Seiten-Scheibe ein klein wenig nach unten gelassen wird. Selbst bei geöffnetem Fenster kommt kaum ein Luftzug ins Wageninnere. Die erste Symptome stellen sich bereits nach wenigen Minuten bei dem Tier ein.

Darf man eine Scheibe einschlagen?

Grundsätzlich gilt: Polizei rufen.

Die eintreffenden Beamten kümmern sich um das weitere Vorgehen. Sollte allerdings erkennbar eine Notsituation vorliegen – Das Hecheln eines Hundes rechtfertigt nicht unbedingt eine solche – dann kann man, nachdem die folgenden Punkte beachtet wurden, diese Entscheidung treffen. Trotz allem ist immer Vorsicht geboten.

  • Ich habe die Polizei informiert
  • Befindet sich der Besitzer vielleicht in einem Supermarkt? – Lasse ich ihn ausrufen
  • Ist ein andere Laden erkennbar, wo ich nachschauen kann?
  • Über den Platz oder Strasse rufen, ob jemand den Besitzer kennt oder der Besitzer ist
  • Zeugen dazu bitten

Die Entscheidung wollen die Wenigsten mittragen. Zumindest helfen Zeugen die Situation bei der Polizei aufzuklären.

Im Strafgesetzbuch steht dazu unter

§ 34 Rechtfertigender Notstand

Wer in einer gegenwärtigen, nicht anders abwendbaren Gefahr für Leben, Leib, Freiheit, Ehre, Eigentum oder ein anderes Rechtsgut eine Tat begeht, um die Gefahr von sich oder einem anderen abzuwenden, handelt nicht rechtswidrig, wenn bei Abwägung der widerstreitenden Interessen, namentlich der betroffenen Rechtsgüter und des Grades der ihnen drohenden Gefahren, das geschützte Interesse das beeinträchtigte wesentlich überwiegt. Dies gilt jedoch nur, soweit die Tat ein angemessenes Mittel ist, die Gefahr abzuwenden.

Dennoch kann es situationsabhängig schnell zu einer unklaren Gesetzeslage kommen. Das Einschlagen einer Seitenscheibe ist eine Straftat und muss von der Polizei entsprechend verfolgt werden.

Verbrannte Pfoten

Es gibt allerings noch eine Gefahr für unsere Vierbeiner. Und diese lauert im Boden. Temperaturen jenseits der 50 Grad auf dem Asphalt sind keine Seltenheit. Trotzallem sieht man immer wieder vereinzelt Hundehalter, die Ihren Vierbeiner über die Strasse zerren. Dass der Hund nicht freiwillig auf den heissen Boden tritt, ist verständlich. So sollte es bei diesem Wetter klar sein, dass der Vierbeiner im Haus oder auf einer geschützten Unterlage den Tag verbringt.

Tierquälerei vermeiden

Alles das, was der Mensch vermeidet, sollte er auch seinem Tier nicht zumuten. Schliesslich laufen wir auch nicht barfüssig über den Asphalt oder bleiben 15 min. im Auto in der direkten Sonne sitzen. Ein wenig Überlegen hilft Tierquälerei zu vermeiden.