Ludwigshafen: Stadtnotizen 21.10.2020

Ludwigshafen – News, Termine, Kulturelles, Politik und Wissenswertes.


Online-Vortrag zum Ergebnis der Präsidentschaftswahl in den USA an der VHS

Einen Online-Vortrag aus der Reihe „VHS Wissen Live“ bietet die Volkshochschule (VHS) Ludwigshafen am Donnerstag, 5. November 2020, um 19.30 Uhr wieder an. Dieses Mal geht es um den Ausgang der Präsidentschaftswahl in den USA. Die Präsidentschaftswahl in den Vereinigten Staaten ist für 3. November 2020 vorgesehen. Stephan Bierling, Professor für Internationale Politik an der Universität Regensburg und einer der führenden Experten für die Machtverschiebungen in der Weltpolitik, wird den Ausgang der Wahl kommentieren. Die Teilnahme am Online-Vortrag kostet fünf Euro. Anmeldungen nimmt die VHS unter Telefon 0621 504-2238 entgegen oder online auf www.vhs-lu.de.


Schulbuchausleihe: Leihgebühr wird abgebucht

Die Leihgebühr für die sogenannte entgeltliche Schulbuchausleihe wird zum 1. November 2020 für das Schuljahr 2020/2021 abgebucht. Darauf weist der Bereich Schulen der Stadtverwaltung hin. Zahlungspflichtige sind dafür verantwortlich, dass das von ihnen angegebene Konto korrekt ist und zum Zeitpunkt des Einzugs der Leihgebühr eine ausreichende Deckung aufweist. Ist es nicht möglich, die Lastschrift einzulösen, können den Zahlungspflichtigen entstehende Aufwendungen und Auslagen in Rechnung gestellt werden.


Mehr kulturelle Teilhabe und Mitbestimmung – Kulturzentrum dasHaus will Ort von Interkulturalität und Inklusion werden

Das Kulturzentrum dasHaus richtet sein Wirken in Teilen neu aus und wird künftig noch mehr als bisher sein Programm für unterschiedliche gesellschaftliche Gruppen öffnen. Interkulturalität und Inklusion erhalten dabei einen neuen, starken Stellenwert. Beteiligung und Mitverantwortung sind Schlüsselbegriffe dieser Neuausrichtung. Ziel ist es, ein künstlerisch und zugleich gesellschaftlich relevantes Programm für Ludwigshafen und Umgebung zu präsentieren. In diesem Sinn soll der Ansatz „Kultur für alle“ die wegweisende Kulturstrategie des Kulturbüros für die kommenden Jahre sein. Neu ist in diesem Zusammenhang die Gründung eines „HausRates“, der durch neue Perspektiven die Programmgestaltung ergänzen soll.

Über die Neuausrichtung informieren Bürgermeisterin Prof. Dr. Cornelia Reifenberg, die Leiterin des Bereichs Kultur, Stefanie Kleinsorge, Monika Schill, die Leiterin des Kulturbüros und des Kulturzentrums dasHaus, Stefanie Bub und Jaqueline Mellein bei einem Pressegespräch am 21. Oktober 2020. Stefanie Bub verantwortet im dasHaus die Community Art, Jaqueline Mellein ist Programmgestalterin für die musikalischen Angebote.

„Ludwigshafen ist geprägt von einer sich stetig ausdifferenzierenden Vielfalt. Alle Ludwigshafener sollen die Möglichkeit haben, sich mit Kultur auseinanderzusetzen und mit ihr zu interagieren. Aufsuchende interkulturelle und inklusive Kulturarbeit sind daher wichtige Schwerpunkte der neuen Ausrichtung. Wir wollen diesem Zusammenhang Zugangsbarrieren ab- und zugleich Nähe aufbauen. Dazu nutzen wir verstärkt partizipative Elemente, um mit möglichst vielen Menschen, sei es in der unmittelbaren Nachbarschaft oder in der weiteren Stadtgesellschaft, in Kontakt zu kommen, deren Bedürfnisse aufzunehmen und daraus neue Schwerpunkte vor Ort zu entwickeln“, erläuterte Bürgermeisterin Prof. Dr. Cornelia Reifenberg. Damit solle im Sinne kultureller Stadtentwicklung ein Prozess angestoßen werden, der offen sei für zusätzliche Formate, neue Besuchergruppen und einen stärkeren Austausch.

„Die Kulturarbeit verstehen wir als transkulturelle Verständigung innerhalb der Stadtgesellschaft. Kultur schafft Begegnung und Austausch zwischen Menschen verschiedener Lebenswelten. Wir möchten uns zu einem realen und ideellen Ort entwickeln, der für eine möglichst große Zahl an gesellschaftlichen Gruppen relevant ist und der neue Gemeinschaften bildet“, so Monika Schill. „Das wollen wir erreichen, indem wir unser Programm anpassen“.

Mit niederschwelligen Begegnungsformaten, Veranstaltungen mit Zusatzangeboten und mit dem Einbezug der Kulturen von vielen Ludwigshafenern verfolgt das Kulturbüro nicht nur die Gewinnung neuer Besuchergruppen, sondern auch die Entwicklung von künstlerischen Formen, die der internationalen Durchmischung der Stadtgesellschaft entsprechen. Dabei sind alle künstlerischen und kulturellen Genres und Crossovers denkbar.

Neu im laufenden Programm sind daher Darbietungen aus dem Bereich der Stilrichtung „Neuer Zirkus“. Diese Aufführungen sind für ein internationales Publikum konzipiert, immer unterhaltsam, zugänglich und familientauglich. Beim Ludwigshafener Straßentheaterfestival ist jedes Jahr zu erleben, wie hochgradig integrativ diese Kunstform zwischen Zirkus, Tanz und Theater wirkt. Den Auftakt machte am 16. Oktober die Theatergruppe Hendrik & Co mit „L’escabeau/die Leiter“ im Saal des Kulturzentrums dasHaus.

Die neue Reihe „Entspannung to go“ wiederum bietet eine Mittagsmeditation mit orientalisch geprägter Livemusik, immer dienstags von 12.30 bis 13 Uhr. Optional kann ein Mittagessen in gemeinsamer Runde im Hausboot dazu gebucht werden. Außer Haus lädt die Reihe „Tete a tete“ in Künstlerateliers ein, um in lockerer Atmosphäre mit der Künstlerin oder dem Künstler ins Gespräch zu kommen.

Das Herzstück der neuen Ausrichtung ist jedoch der Aufbau der neuen Säule Community Art, die zu Beteiligung und Mitgestaltung einlädt. Unter Community Art versteht die neue Strategie die Entwicklung von Programmen in Zusammenarbeit mit den Bewohnern der Stadt Ludwigshafen. Diesen Arbeitsansatz verantwortet Stefanie Bub, die seit April neu im Kulturbüro beschäftigt ist.



Kulturzentrum dasHaus gründet HausRat

„Ob Konzert, Lesung, Kabarett oder Theater – alle Veranstaltungen im dasHaus verfolgen das Ziel, ein attraktives Angebot für die gesamte Stadtgesellschaft in Ludwigshafen zu schaffen. Um eigene Perspektiven zu erweitern und mehr Vielfalt abzubilden, wollen wir mit dem HausRat ein Programmkollegium aus der Stadtgemeinschaft gründen. Wir möchten nachhaltig Menschen einbinden, demokratische Prozesse in der Kulturarbeit etablieren und von anderen lernen“, erklärte Stefanie Bub.

Die Gründung des HausRates geht ebenfalls auf den Ansatz „Kultur für alle“ zurück. Der HausRat gibt Empfehlungen für die Programmgestaltung und kann eigene Angebote aktiv gestalten. Der HausRat soll bisher wenig gehörten Stimmen aus der Bevölkerung Raum geben und mitwirken, dasHaus zu einem offenen Begegnungsort zu machen, an dem sich die unterschiedlichsten Menschen in Ludwigshafen willkommen, gehört und repräsentiert fühlen.

Die Anzahl der HausRat-Mitglieder ist auf acht Personen festgelegt. Der HausRat erhält ein Budget von 7.000 Euro, das er eigenständig für Veranstaltungen und Projekte verwenden kann. Der Zeitaufwand beträgt rund vier Stunden pro Monat. Um eine stetige Erneuerung zu gewährleisten, ist vorgesehen, dass sich der HausRat nach einem Jahr neu zusammensetzt.

Wer sich verbindlich für ein Jahr im HausRat engagiert, erhält eine pauschale Aufwandsentschädigung von 200 Euro pro Jahr sowie Freikarten für die Veranstaltungen im dasHaus (nach Maßgabe vorhandener Tickets). Das erste Treffen des HausRats findet am 28. Januar 2021 statt.
Interessierte Ludwigshafener sind eingeladen, sich im HausRat zu engagieren und sich bis 12. Dezember 2020 per E-Mail an stefanie.bub@ludwigshafen.de oder telefonisch unter 0621 504-2504 zu melden. Auch wer nur wenig Deutsch spricht, ist willkommen. Alle Interessierten erhalten einen Fragebogen zugeschickt und werden zu einem persönlichen Kennenlernen eingeladen. Um eine möglichst große Diversität zu erreichen, erfolgt die Vergabe der Plätze nach einem Punktesystem.

Um den HausRat noch breiter in die ganze Stadt hinein zu erweitern, sind außerdem alle Ludwigshafener eingeladen, ab Januar 2021 dem HausRat ihre Ideen zukommen zu lassen. Dazu wurde eigens die E-Mail-Adresse hausratlu@gmx.de eingerichtet, die vom HausRat selbst betreut wird.


Musikalische Vielfalt im Kulturzentrum dasHaus und mehr

Die Ludwigshafener Bevölkerung ist vielfältig und international. Programmvielfalt und Internationalität bestimmt dementsprechend die Ausrichtung des musikalischen Angebots im Kulturzentrum dasHaus. „Eine der wichtigsten Änderungen ist die Ausweitung migrantischer Stimmen im Programm. Hierzu wird keine eigene Reihe ins Leben gerufen, sondern die Veränderung soll organisch ins Programm übergehen. Ludwigshafen ist eine Stadt, deren Essenz bis heute im besonderen Maße durch Migration geprägt ist. Dieser Identität wollen wir als städtisches Kulturzentrum stärker gerecht werden“, erläuterte Jaqueline Mellein. Als erste Stimme ist die Kabarettistin und politische Aktivistin Idil Baydar am 15. November mit ihrem Programm „Ghettolektuell“ zu Gast. Im Februar 2021 tritt die junge Musikerin Ilgen-Nur im dasHaus auf.

Auch das (F)empower Fest, das im Rahmen der BASF Tor4-Förderung 2020 stattfindet und pandemiebedingt auf 29. bis 31. Januar 2021 verschoben wurde, hat zum Ziel, die Stimme von (migrantischen) Frauen in Ludwigshafen abzubilden. Das musikalische Abendprogramm steht bereits fest und präsentiert beispielsweise die in Mannheim ansässige Band Mahlukat rund um die Musikerinnen Güldeste Mamaç und Kasia Kadlubowska, die beiden Rapperinnen und Sängerinnen Layla und Rola sowie die DJs Azlay aus Mannheim und Cashmiri aus Berlin.

Weitergeführt wird 2021 die in diesem Jahr gestartete Newcomer-Reihe, die das Kulturzentrum dasHaus mit der Unterstützung der BASF konzipiert hat. Die Reihe soll aufstrebende junge Bands abbilden und Ludwigshafen als diversen Musikstandort etablieren. Die nächsten Konzerte innerhalb der Reihe sind Al Pride am 5. November und Madsius Ovanda am 27. Mai 2021.

Nachdem dasHaus über dem Sommer mit verschiedenen Aktionen für Ludwigshafener Musiker Kontakte vertiefen konnte, soll nun weiter die regionale Szene gefördert und abgebildet werden, so zum Beispiel die regionalen Musiker rund um das Projekt „Democracy is Coming“ – eine musikalische Lesung, die Auszüge aus Bob Dylans Autobiographie „Chronicles“ und aus Leonard Cohens erstem Roman „Das Lieblingsspiel“ bearbeitet. Es singt David Maier (Das Vereinsheim), Boris C. Motzki (Staatstheater Mainz) liest, an der Gitarre ist Matthias Schärf (u.a. SWR1 Hits & Stories) mit dabei. „Democracy is Coming“ findet am 4. November um 20 Uhr im Saal statt.


 

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