Stefan Selke (Foto: privat)

Kaiserslautern – Wie verändert sich unsere Erinnerungskultur, wenn Methoden der Künstlichen Intelligenz zum Einsatz kommen, um Erinnerungsdaten zu sortieren, selektieren, analysieren und präsentieren? Den Übergang „vom editierten Menschen zum Virtual Human“ hinterfragt Prof. Dr. Stefan Selke in seinem Gastvortrag für das Center for Ethics and the Digital Society (CEDIS) an der Technischen Universität Kaiserslautern (TUK) am 25. Mai 2022. Interessierte sind herzlich von 18:15 bis 19:45 Uhr auf den Campus (Gebäude 57, Rotunde) eingeladen. Um Anmeldung unter info-CEDIS@uni-kl.de wird gebeten. Die Teilnahme ist kostenfrei.

Wenn Menschen biografisch erinnern, erfahren sie sich idealerweise als kohärente Personen und empfinden dabei eine stimmige Verbundenheit mit sich selbst. Kohärenzerleben gilt als Vorbedingung für Selbstachtung, Selbstwirksamkeit und Autonomie. Neuartige Erinnerungssysteme sortieren, selektieren, analysieren und präsentieren menschliche Erinnerungsspuren zunehmend mittels künstlicher Intelligenz. Der Vortrag von Stefan Selke zeichnet den Übergang von klassischen zu neuartigen bzw. kuratierenden Erinnerungssystemen nach und fragt nach gesellschaftlichen Implikationen und ethischen Aspekten des damit verbundenen schleichenden Wandels unserer Erinnerungskultur.

Stefan Selke ist Soziologe und Professor für gesellschaftlichen Wandel an der Hochschule Furtwangen. Neben der Soziologie digitaler Medien forscht er zu sozialen Utopien, technischen Assistenzsysteme, Nachhaltigkeit, Armutsökonomie und öffentlicher Wissenschaft. Darüber hinaus ist er als Blogger unter www.stefan-selke.de präsent.

Prof. Dr. Karen Joisten, Sprecherin des Center for Ethics and the Digital Society (CEDIS) an der TUK, hat den Experten als Auftakt einer Veranstaltungsreihe zu „Digitalisierung und Gesellschaft“ eingeladen. Das CEDIS blickt aus interdisziplinärer Perspektive auf digitale Technologien und Künstliche Intelligenz: Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Philosophie, Informatik, Politikwissenschaft, Pädagogik und anderen gesellschaftlich relevanten Bereichen erforschen an der TUK gemeinsam, wie sich derartige Schlüsseltechnologien ethisch und gesellschaftlich vertretbar zum Einsatz bringen lassen.