Heidelberg: Das Turn-Team am 09. September 2023 zu Gast in Heidelberg

Heidelberg – Für die deutschen Turnerinnen wird der letzte Wettkampf vor der Abreise zu den Weltmeisterschaften vom 30. September bis 8. Oktober 2023 in Antwerpen gleich in mehrfacher Hinsicht ein wichtiger Test. Einerseits kann jede der acht Kandidatinnen des Deutschen Turner-Bundes am 9. September in Heidelberg noch eine finale Empfehlung für einen Platz in der Fünfer-Riege abgeben, die bei den Titelkämpfen in Belgien das Ticket für die Olympischen Spiele 2024 in Paris lösen soll. Andererseits ist diese zweite WM-Qualifikation im SNP dome mit einem Länderkampf verbunden, bei dem die Riege von Bundestrainer Gerben Wiersma ab 12 Uhr auf die Teams aus Frankreich, Großbritannien, Rumänien und der Schweiz trifft.

„Das wird für uns sehr spannend, die Britinnen haben bei der jüngsten WM in Liverpool Silber gewonnen und sind Europameisterinnen. Die Französinnen zählen ebenfalls zu den stärksten europäischen Nationen, und die Rumäninnen sind einer unserer direkten Rivalen in Antwerpen. Da ist es gut, sie vorher schon mal zu sehen“, sagt Wiersma, der leider auf die Deutsche Rekordmeisterin Elisabeth Seitz verzichten muss. Die 29-Jährige hat sich Anfang der Woche beim Training die Achillessehne gerissen und wird für die WM ausfallen – eine deutliche Schwächung für das deutsche Team, dass in Antwerpen den Sprung
zu den Olympischen Spielen schaffen will.

Bei dem Länderkampf werden je sechs Starterinnen in den Auswahlen stehen, von denen – wie in einem Teamfinale – jeweils drei ans Gerät gehen. Eine Streichwertung wird es nicht geben. Zumindest bei den Deutschen werden aber auch diejenigen noch einmal ihr Können beweisen dürfen, die nicht Teil der Mannschaft sind.

Männer – Dauser rechtzeitig wieder fit

Bei den Männern ist der Olympiazweite Lukas Dauser pünktlich wieder fit. Der Barrenspezialist zählt zu den heißesten Anwärtern auf die Reise nach Belgien. Dauser hatte sich Ende 2022, wenige Wochen nach seiner Silbermedaille an den beiden Holmen bei der WM in Liverpool, einen Muskelbündelriss an der Schulter zugezogen und musste drei Monate lang pausieren. Danach wählte der 30-Jährige, der in Halle trainiert, einen längerfristigen Aufbau. „Man wird nicht jünger, und es wird schwerer, wieder fit zu werden“, erklärt Dauser. Auf die Deutschen Meisterschaften Anfang Juli in Düsseldorf hatte der Titelverteidiger im Mehrkampf noch verzichtet, jetzt will er sich stärker als zuvor an allen Geräten zurückmelden.

Beste Chancen auf eine Nominierung räumt Chefcoach Valeri Belenki auch dem jungen deutschen Mehrkampfmeister Pascal Brendel (KTV Wetzlar) ein, der seine Vorträge an Reck und Boden seit seinem Triumph in Düsseldorf noch einmal ausgebaut hat. Der Hallenser Nils Dunkel, 2022 Europameisterschaftsdritter am Pauschenpferd und der frühere EM-Zweite am Reck, Andreas Toba, sind unterdessen bereits für Titelkämpfe nominiert. Toba gilt in den Augen des  Trainers als „stabiles Zugpferd“, auf das er nicht verzichten will; der Hannoveraner möchte sich von den Problemen, die ein ausgekugeltes Schlüsselbein verursacht hat, auch nicht bremsen lassen und erkämpfte sich bei den „Finals“ im Ruhrgebiet damit sogar den Titel am Königsgerät.

Wettkampfzeitplan

Samstag, 9. September 2023

  • 12:00 – 15:00 Uhr: Gerätturnen Frauen – Länderkampf
  • 17:00 – 20:00 Uhr: Gerätturnen Männer – WM-Qualifikation