Vortrag von Generalvikar Dr. Franz Jung bei der Kolpingfamilie Pfingstweide

Was ist Wahrheit und was ist Wahrheit in der Bibel? Diesen Fragen ging Generalvikar Dr. Franz Jung am Dienstagabend vor knapp vierzig interessierten Zuhörern auf den Grund. Eingeladen hatte die Kolpingfamilie der Pfingstweide in Ludwigshafen.

In einem gut strukturierten Vortrag legte Jung dar, dass der Wahrheitsbegriff im Allgemeinen und in naturwissenschaftlicher Auslegung nichts mit dem Wahrheitsgedanken der Bibel zu tun hat.
 
Der Referent zeigte das Wahrheitsverständnis der Naturwissenschaft und stellte dem die biblischen Aussagen gegenüber. „Hier muss es zu einer Kollision kommen.“, so Jung. „Die Bibel stellt Übernatürliches, Träume, Geschichten, Engel und nicht prüfbare Aussagen in verschiedenen Fassungen dar.“
 
Der Generalvikar zeigte auf, dass seit dem Zeitalter des Rationalismus das Bemühen um Spurensicherung und das Auffinden von wahren Versionen zugenommen hat. Die Geschichtswissenschaft wolle  beweisen, wie es wirklich war. Die Frage nach der historischen Wahrheit sei berechtigt, man dürfe allerdings nicht aus dem Auge verlieren, dass die Bibel ein Glaubenszeugnis sei. Verschiedenene Wahrheiten seien gesammelt worden und eine Symphonie verschiedener Wahrheiten sei entstanden. Kirche sei eine Überlieferungsgemeinschaft und die Bibel als Teil der Tradition zu verstehen. Die Bibel erzählt persönliche Erfahrungen und ist immer mit dem Hintergrund der Zeit zu betrachten.
 
„Die Schrift ist nicht unvernünftig sondern über-vernünftig!“, so eine wesentliche Aussage des Vortragenden. Anhand von Lukas 2, 41-52 erklärte der Theologe seine, im Referat vorgestellte, Theorie anschaulich.
 
„Schwere Kost, aber hochinteressant!“, so Maria Heitz von der Pfingstweider Kolpingfamilie. Es sei gut, sich in dieser Weise der Bibel zu nähern. Sie bedankte sich im Namen der Kolpingfamilie und verabschiedete Dr. Jung mit einem Weinpräsent.